Hexe Sasi | Rezensionen

Rezension | Meg – Steve Alten (Neuauflage)

September 5, 2018

Werbeblock | Rezensionsexemplar
Meg | Band 1 | Steve Alten |
400 Seiten | Heyne Verlag | Erschienen am 09. Juli 2018 als Neuauflage
Ebook: 9,99 €, Print: 9,99 € | Weitere Informationen: Verlag

Meg ist für mich DAS Buch schlechthin. Wieso? Als ich mich noch hauptsächlich gerne mit Pferdebüchern rumgeschlagen habe, gab es ein zweites Lieblingstier. Haie. Und dann habe ich die Erstauflage von 1997 von Meg gesehen und meine Mum MUSSTE sie mir kaufen. Und ich habe es geliebt, jedes einzelne Wort. Dementsprechend groß war meine Freude, als ich mitbekommen habe, dass es eine Neuauflage zum Buch geben sollte.

Im Marianengraben südwestlich von Burma hat »Carcharodon megalodon« überlebt – MEG, ein Vorfahre des weißen Hais und eines der gefährlichsten Raubtiere, das je existierte. Der Herrscher der Meere, eine Killermaschine. Jonas Tayler, ein berühmter Tiefseeforscher, ahnt es. Auf einer Tauchstation in ozeanischen Tiefen stellt sich heraus, wie recht er hat. MEG gelingt es, in die oberen Wasserschichten aufzusteigen, wo der gigantische Hai fortan sein Unwesen treibt. Die Jagd beginnt – und dieses Mal ist der Mensch sein Opfer …

Quelle: Heyne Verlag

Als ich das Buch endlich in den Händen halten durfte, habe ich mich mega gefreut. Ich konnte es kaum abwarten, das Buch aufzuschlagen und in die alte neue Welt abzutauchen. Ich war mir hundert Prozent sicher: Dieses Buch hast du innerhalb 24h durch.
Falsch gelegen.
Es hat mich genau einen Monat gekostet, dieses Buch zu lesen. Bis ich schlussendlich heute Nacht beschlossen habe, nochmal auf Anfang zu gehen und dieses Buch in einer Nacht zu lesen.

Vorab müsst ihr wissen, dass Steve Alten, dieses Buch nach 20 Jahren einmal umgekrempelt hat. Er empfand, dass es nicht mehr zum nächsten Band passte. Und er wollte seinen Charakteren mehr Tiefe verleihen.
Was wir allerdings als erstes geliefert bekamen war einfach vorne hingesetzt eine Art kurze Vorgeschichte. Mit einem Prolog und einem Epilog. Ich empfinde diese „Kurzgeschichte“ als völlig unnötig, denn im Laufe der Geschichte erfährt man genug zu den Ereignissen, die Jonas Taylor so aus der Bahn geworfen haben.
Natürlich ist diese Kurzgeschichte an sich für die Leser interessant, die gerne noch „mehr“ Hintergrundinfos haben möchten. Diese hätte man aber geflissentlich anders einbauen können.
Was mir hierbei dann auch gleich auffiel waren die Rechtschreibfehler, Wortfehler und Logikfehler.

Nach dieser Kurzgeschichte war ich schon so dezent genervt, weil alles so unnötig in die Länge gezogen wurde, dass ich beinahe aufgegeben hätte. Aber ich wusste doch: Dahinter erwartet mich MEIN LIEBLINGSBUCH. Oder nicht?
Ich lag so falsch.

Die Neuauflage von Meg wurde stark verändert, harmlose Sachen wurden rausgenommen und durch lächerliche Sachen ersetzt.

Beispiel (Achtung Mini Spoiler):
Während eines Flugs wird mit Absicht ein riskantes Manöver ausgeführt. In der alten Auflage kotzt Jonas auf das Armaturenbrett. In der neuen Auflage, greift er erst nach einer Tüte und übergibt sich.

Das waren schon so Sachen die mich leicht zum Verzweifeln brachten. Ebenfalls das ganze Textpassagen verschoben, weggenommen oder unnötig verlängert wurden.
Auch die Charaktervertiefung habe ich vergeblich gesucht. Sie tauchte in einem Nebencharakter auf, der im Original eher als mager beschrieben wurde, wird plötzlich zum muskelbepackten Mann. Das war die Charaktervertiefung? Ich war einfach mega enttäuscht.
Ich verstehe nicht, warum man unbedingt eine Beschreibung eines Mucki-Typen ausweiten muss, dafür aber lieber eine ganze Passage an Beschreibung der Ortes rausnimmt? Ehrlich?

Heute Nacht saß ich auf meinem Bett und hätte wirklich weinen können.
Ich meine ja, kann sein, dass ich einfach zu sehr an dem Original hänge. Und manche mögen vielleicht ihren Kopf schütteln, aber ich weiß, dass mich manche von euch verstehen werden. Denkt an euer Lieblingsbuch. Für die einen mag es Harry Potter sein, für die anderen ein Colleen Hoover Buch und für wieder andere ein ganz anderes. Aber nun stellt euch vor, der Autor beschließt, das Buch nochmal nach 20 Jahren (bei Harry Potter würde es ja hinkommen haha…) umzuschreiben. Es würden Sachen fehlen. Unendlich viele Logikfehler auftauchen. Und es wäre nicht mehr das Buch, was es war. Wie würde es euch gehen?

Ich wusste, dass es eine erweiterte und überarbeitete Ausgabe war. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass es in diese Richtung schlägt.

Und ich weiß auch, dass es sein kann, dass es genug Leute gibt, die Meg eben noch nicht kennen und genau deswegen eben diese Neuauflage lieben werden. Solltet ihr aber die Chance haben, an die alte Auflage zu kommen: Gebt dieser eine Chance.

Fazit: Dass ich enttäuscht von dieser Neuauflage bin, habt ihr gemerkt, DENNOCH: Die Geschichte die hinter diesem Buch steckt ist eigentlich grandios. Der Aufbau, das Ungewisse was in der Tiefe auf uns lauern könnte… Steve Alten hat da ordentlich was gezaubert. Denn denkt daran, nur 5 Prozent unserer Weltmeere sind erforscht und nur 1 Prozent vom Tiefseegraben. Wer weiß also, was dort unten lauert?
Glaubt mir, wenn ihr dieses Buch gelesen habt, überlegt ihr euch ein zweites Mal wie weit ihr ins offene Meer hinausschwimmt. Denn wer weiß? Vielleicht lauert dort ja doch ein Urzeithai auf euch?

 

©
Fotos: Anna Bauer, Sarah Ahlf
Cover: Heyne Verlag

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