Hexe Sasi | Rezensionen

Rezension | Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden – Genki Kawamura

September 25, 2018

Werbeblock | Rezensionsexemplar
Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden | Einzelband | Genki Kawamura
192 Seiten | C. Bertelsmann | Erschienen am 23. April 2018
eBook: 14,99 €, Print: 18,00 € | Weitere Informationen: Verlag

Manchmal sind Tiere etwas Besonderes. In meinem Fall ist es mein Kater.
Vor vier Jahren habe ich ihn bekommen und ich musste hart um ihn kämpfen. Zwischenzeitlich musste ich ihn zu meiner Schwester geben und jeden morgen als ich aufwachte und er nicht beim Frühstück mit mir am Tisch saß (denn das tat er jeden Morgen), war irgendwie leer. Wie schnell man sich doch an jemanden gewöhnen kann oder? Als ich dann eines Tages nach Hause kam und er mir plötzlich um die Beine huschte, hab ich fürchterlich angefangen zu weinen.
Nun habe ich ihn seit 4 Jahren um mich rum (die beste Zeit verpasst, aber was soll’s) und manchmal möchte ich ihm echt richtig böse sein. Aber wenn er dann wieder ankommt, mit einem schmusst… nein, geht einfach nicht.

Tja und dann habe ich vor langer Zeit das Buch von Genki Kawamura entdeckt. Alleine der Titel hat mich so sehr angesprochen, dass ich wirklich lange Zeit um das Buch rumgeschlichen bin. Und dann habe ich es immer öfter auf Instagram gesehen. Und als ich dann noch mitbekommen habe, dass Genki Kawamura der Produzent von Your. Name war, war eh alles vorbei. Tja und letztendlich habe ich es freundlicherweise vom Bloggerportal bekommen und es wirklich sehr schnell durchgelesen.

Sinnsuche auf Japanisch – Was im Leben wirklich zählt

Ein junger Briefträger erfährt überraschend, dass er einen unheilbaren Hirntumor hat. Als er nach Hause kommt, wartet auf ihn der Teufel in Gestalt seines Doppelgängers. Er bietet ihm einen Pakt an: Für jeden Tag, den er länger leben möchte, muss eine Sache von der Welt verschwinden. Welche, entscheidet der Teufel. Der Briefträger lässt sich auf dieses Geschäft ein. Am Tag darauf verschwinden alle Telefone. Am zweiten Tag die Filme, am dritten alle Uhren. Als am vierten Tag alle Katzen verschwinden sollen, gebietet der Briefträger dem Teufel Einhalt. Und macht etwas völlig Überraschendes …

Genki Kawamura stellt in seinem Roman, von dem in Japan über eine Millionen Exemplare verkauft worden sind, die einfache Frage: Was macht ein gutes und erfülltes Leben aus?

Genki Kawamura schafft es, dass man am Ende das Buch zusammenklappt und zur Seite legt. Das man nachdenklich aufsteht, sich einen Kakao macht und überlegt. Was ist wirklich wichtig? Sind Telefone wirklich so wichtig wie wir sie empfinden? Wie wichtig ist für uns tatsächlich die Zeit geworden? Warum bestimmt alles so sehr unser Leben? Aber noch wichtiger: Wie leicht würde es uns fallen, ohne das alles zu leben?

Wir werden ziemlich sofort in das Geschehen hineingeworfen und nicht lange aufgehalten mit belanglosem Zeug, was dort nichts zu suchen hätte. Was mir außerordentlich gefallen hat.
Wir lernen gleich den Protagonisten kennen und erfahren gleich am Anfang, wie im Klappentext beschrieben, dass er einen unheilbaren Hirntumor hat und was es damit auf sich hat.
Genki Kawamura beschreibt, wie es im wahren Leben abläuft. Wie es sein würde. Wie viele sich vorstellen, wie sie mit so einer Nachricht umgehen. Und wie sie es schlussendlich tun.
So ziemlich bald darauf treffen wir dann auch schon auf den Teufel. Den wohl witzigsten Teufel, den ich bisher in einem Buch gelesen habe.
Er hat einen Sinn für Humor, wenn auch teilweise etwas schräg und komisch. Aber das macht ihn umso sympathischer. Und es hat was Besonderes mit ihm auf sich, warum er so ist wie er ist.

Und hier kommen wir dann gleich zu meinen ersten Gedankengängen. Der Teufel bietet unserem Protagonisten einen Deal an. Und ich mache mir noch jetzt Gedanken darüber: Würde ich diesen Deal annehmen? Würdest du dich selber belügen, wenn du Nein sagst? Wahrscheinlich ja.
Diese erste Konfrontation regte einfach schon während des Lesens enorm zum Nachdenken an und ich wollte das Buch ab diesem Zeitpunkt nicht mehr aus der Hand legen. Denn ab diesem Zeitpunkt hörten diese Gedankengänge nicht mehr auf.
Der erste Gegenstand sollte verschwinden. Und unser Protagonist sah Dinge dadurch, ließ mich Dinge dadurch sehen, dass ich tatsächlich etwas bewusster mit dem Telefon umgehe. Und so ging es durch das ganze Buch.

Tja und dann kam die Katze. Der Teufel tat dem Protagonisten einen „Gefallen“ wodurch Weißkohl (die Katze) etwas machen konnte, was auf eine Weise unglaublich süß war (auf eine andere Weise könnte man es für diese Geschichte vielleicht eventuell überzogen halten. Aber es passte einfach dennoch gut.
Und dann sollte eben diese Katze verschwinden.
Wie unser Protagonist reagierte? Nun das müsst ihr selber rausfinden, in dem ihr das Buch lest.

Ich weiß, dass viele andere Leser von dem Ende alles andere als begeistert sind und finden, dass der Abschluss anders beschrieben werden könnte. Oder besser ausgeschrieben werden könnte. In meinen Augen gab es kein besseres Ende. Ein Leben geht weiter. Ein Leben steht nicht still. Ein Leben endet abrupt. Und ein Leben dreht sich und dreht sich und dreht sich. Auch in unseren Leben weiß man nie: Was passiert als nächstes.

Wenn ihr mal tief in euch geht und nachdenkt, worauf würdet ihr am ehesten verzichten? Auf eure Handys? Auf Uhren? Vielleicht auf Schokolade?

       

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